EUTONIE

Es mag sein, dass alles auf dieser Welt schon entdeckt und erkundet ist. Doch eine terra incognita gibt es noch: den eigenen Körper. Ein wirksamer Weg, diesen zu erkunden, ist die Eutonie.

Eutonie ist eine einfache, tiefwirkende, westliche Körpermethode, die auf Achtsamkeit basiert und die Wahrnehmung gegenüber dem eigenen Körper schult. Das Ziel ist die Ankunft bei sich selbst. Der Übende nimmt unter klarer, einfühlsamer Anleitung Spannungen wahr, spürt diesen nach, erkundet Beweglichkeiten, entdeckt Zusammenhänge seiner Gelenks- und Muskelverbindungen. Die Eutonie ist besonders geeignet, Entlastung zu schaffen bei chronischen Erkrankungen, Schmerzen, Verspannungen, Rückenbeschwerden und allen Formen von Alltagsstress. 

Immer schon bekannt in der Eutonie ist die Bedeutung der Faszien. Der Körper ist durchwoben von einem Netz aus Bindegewebe, den Faszien, die Halt geben und alles miteinander verbinden. Wie ein Sinnesorgan sind sie auch für die Körper- und Schmerzwahrnehmung zuständig. Materialien wie Kirschkernkissen, Filzbälle oder Bambusschalen unterstützen dabei, dieses Netzwerk feinster Körperstrukturen wahrzunehmen und gezielt zu beeinflussen.

Das Ergebnis ist ein wacher Blick für gesunde Bewegung und Haltung. Ein Gefühl des Aufgeräumtseins stellt sich ein. Mehr noch: der Übende schult seine Achtsamkeit und lernt so, seine Grenzen im Alltag besser zu achten. Er entwickelt ein Gespür für das, was ihm wohltut wie auch für das, was ihn belastet.

 

Eutonie trifft Yoga

Mit Eutonie und Yoga kann jeder aktiv etwas für seine körperliche und seelische Gesundheit tun. Ich habe entdeckt, dass sich Eutonie und Yoga wunderbar ergänzen. Für die Verbindung beider Methoden habe ich ein eigenes Kurskonzept entwickelt: Eutonie trifft Yoga.

Genauso wie Eutonie die Yogaübungen intensiviert, verstärkt Yoga die Wirkung der Eutonie: Die Eutonie fordert den Übenden dazu auf, zu spüren, wahrzunehmen und loszulassen — im Yoga gelingt es, diesen Ballast durch Bewegung und Dehnung abzugeben. Die wohltuende Wirkung ist sofort spürbar.

Alle Übungen leite ich nach den Prinzipien der Eutonie an. Auch das spiraldynamische Bewegungskonzept fließt mit ein, das auf der Theorie basiert, dass Knochen und Muskeln spiralförmig aufgebaut sind. Während die ganze Aufmerksamkeit auf die Übung gerichtet ist, können sich Blockaden und Verspannungen lösen, der Übende gewinnt an Beweglichkeit. Die Faszien, das Bindegewebsnetz, das den Körper durchzieht, Ursache vieler Verspannungen und Schmerzen, erlangen wieder Geschmeidigkeit. Materialien wie Filzbälle, Kirschkernkissen oder mit Naturmaterialien gefüllte Stoffschläuche unterstützen den Übenden dabei, seine Wahrnehmung zu lenken. Er geht soweit mit, wie er kann. Grenzen spüren und einhalten - sie manchmal auch sanft zu überwinden - ist ein Aspekt der Wahrnehmungsschulung.

So steht am Ende das, was die Eutonie ihrem wortwörtlichen griechischen Ursprung nach bedeutet: eu für gut, wohl, ausgeglichen, tonos für Spannung, Stimmung — im Gleichgewicht sein und damit ganz bei sich. Das ist das Ziel meiner Kurse.